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25.04.2019

Essener Verkehrswacht warnt vor schweren Unfällen mit E-Scootern und Hoverboards

Das WDR-Team unter der Leitung von Carsten Koch im Schonraum unseres Verkehrsübungsplatzes mit (Bildmitte) unserem Mitglied Anja Löhrmann - natürlich mit Helm!
Das WDR-Team unter der Leitung von Carsten Koch im Schonraum unseres Verkehrsübungsplatzes mit (Bildmitte) unserem Mitglied Anja Löhrmann - natürlich mit Helm!

Die Verkehrswacht Essen e.V. warnt vor neuen Unfallrisiken in der Innenstadt, den Mittelzentren und insbesondere auf Gehwegen,  wenn die geplante Verordnung zu Elektrokleinstfahrzeugen (eKFV) in der aktuellen Version umgesetzt wird. Um die Sicherheit von jungen Verkehrsteilnehmern und Fußgängern nicht unnötig zu gefährden, dürften Fahrzeuge wie E-Scooter nicht für den Gehweg zugelassen werden, Altersgrenzen müssten sinnvoll festgelegt und eine Prüfbescheinigung oder Führerschein Voraussetzung werden. Mit Verweis auf eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) bilden Fahrzeuge ohne Lenkstange wie Hoverboards ein zu großes Risiko und dürften gar nicht erlaubt werden. Hierzu ist mit weiteren Regelungen erst in einem 2. Schritt zu rechnen.

Die Essener Verkehrswacht meint hierzu, dass Elektromobilität wichtig ist für urbane Räume, und wir hatten für die Zulassung von E-Scootern nach dem ersten Verordnungsentwurf zur eKFV sinnvolle Regelungen. Die aktuellen Pläne aber regulieren nicht mehr im Sinne der Verkehrssicherheit, so dass wir hier schwere Unfälle vor allem mit Fußgängern befürchten. Auch die Altersbeschränkungen sollten sinnvoll sein, denn E-Scooter sind Kraftfahrzeuge und keine Spielzeuge! Zwölfjährige Kinder mit derartigen E-Scootern (Gewicht knapp 20 Kg) und einer Geschwindigkeit bis 12 km/h auf Gehwegen und in Fußgängerzonen gestatten zu wollen, halten die Deutsche Verkehrswacht und die Großstadtverkehrswachten für unverantwortlich bzw. fahrlässig.

Für Fahrzeuge ohne Lenkstange sehen wir nach aktuellem Stand gar keine Möglichkeit einer sicheren Nutzung im Straßenverkehr.

Zum Thema hat unser Vorsitzender Karl-Heinz Webels zwischenzeitlich Interviews mit dem WDR 5 - Radio und 102.2 Radio Essen geführt. Auch erfolgte am 24.04. ein entsprechender Beitrag im WDR TV/Lokalzeit Ruhr bzw. die Präsenz von Herrn Webels als Studiogast live im WDR-Studio beim Interview durch Lars Tottmann.

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Der neue Entwurf der eKFV
Im neuen Entwurf der Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge (eKFV), der den Bundestag passiert hat, hatte das Bundesverkehrsministerium die Anforderungen für die Nutzung im Straßenverkehr gegenüber der ersten Version deutlich gelockert. Fahrzeuge mit Lenkstange wie die Elektro-Roller oder auch E-Scooter genannt, sollen nun auch ohne die eigentlich vorgesehene Mofa-Prüfbescheinigung genutzt werden. Bereits ab 12 Jahren soll mit einer Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h der Gehweg befahren werden dürfen, in Ausnahmen aber auch Radwege. Wer 14 Jahre oder älter ist, dürfe schon mit bis zu 20 km/h auf Radverkehrsanlagen unterwegs sein. Auch hier kann dann je nach Situation vor Ort ebenfalls die Straße benutzt werden, dies ohne Helmpflicht!

Wegen des z.T. schlechten baulichen Zustandes vieler Radwege und der kleinen Räder dieser Roller sowie der zusätzlichen Konkurrenz zu Fahrrädern und Pedelecs - insbesondere bei Überholmanövern und an Engpässen- sind dann Unfälle mit Verletzungsfolgen (wie bereits in Nutzerländern wie den USA) vorprogrammiert.
 
Die Beteiligten – auf rechtem Foto links auch WDR-Redakteur  Dirk Groß-Langenhoff mit einem E-Scooter.
Die Beteiligten – auf rechtem Foto links auch WDR-Redakteur  Dirk Groß-Langenhoff mit einem E-Scooter.

Die Beteiligten – auf dem unteren Foto links auch WDR-Redakteur  Dirk Groß-Langenhoff mit einem E-Scooter.

Der Verordnungsentwurf muss noch vom Bundesrat verabschiedet werden. Danach soll  voraussichtlich eine Ausnahmeregelung für Fahrzeuge ohne Lenkstange erfolgen. Das betrifft dann selbstbalancierende Einräder und Hoverboards sowie E-Skatboards


Forderungen der DWV/Großstadtverkehrswachten:

Mit Hinblick auf die Sicherheit junger Verkehrsteilnehmer, Fußgänger und auch Radfahrer fordert die DVW, die Nutzung von E-Scootern und ähnlichen Fahrzeugen stärker zu beschränken und nicht für Kinder und Heranwachsende zuzulassen. Ausnahmen sollen für Jugendliche ab einem Alter von 15 Jahren gelten, wenn diese eine Mofa-oder Führerscheinprüfung bestanden haben und damit Kenntnisse für eine sichere Verkehrsteilnahme nachweisen können. Außerdem muss kritisch überprüft werden, ob und inwiefern die sichere Benutzung von Gehwegen für diese Fahrzeugklasse überhaupt möglich ist.